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Alpträume

Kleinkind nach Alptraum
© Purnachandra Rao Podilapu

Kleinkinder können sich oft an ihre Träume erinnern und erzählen begeistert am nächsten Morgen von ihren Erlebnissen in der Nacht. Anders sieht es dagegen aus, wenn sie einen Alptraum hatten.

Zeit für einen Alptraum

Kleinkinder haben gefühlt die meisten Alpträume. Vielleicht könnt ihr euch auch noch an den ein oder anderen schlimmen Traum erinnern, den ihr als Kind hattet? Sobald euer Kind dann älter wird, lässt die Häufigkeit und Intensität nach, bis es nur noch gelegentlich einen Alptraum hat – meist wenn es unter Stress steht oder etwas verstörendes in den Medien gesehen hat.

Hat euer Liebling einen Alptraum, dann befindet er sich gerade in einer REM Phase seines Schlafes. Dieses Stadium kann man an der Bewegung der Augen hinter den geschlossenen Augenlidern erkennen, daher auch der Name Rapid Eye Movement. Meist sind es die REM Phasen in der zweiten Hälfte der Nacht, da sie dort länger anhalten als zu Beginn des Schlafes.

Das Gehirn eures Kindes verarbeitet im Schlaf die Erlebnisse des Tages und ist dabei so aktiv, dass sich die guten und die bösen Träume wie echt anfühlen. Auch die Emotionen, die die Träume in ihm auslösen, fühlen sich ganz real an. Deswegen bleibt die Angst des Alptraums auch bestehen, wenn euer Schatz mitten drin aufwacht und nach euch ruft oder sich direkt in die Sicherheit eures Bettes flüchtet.

Wenn euer Kind in die Grundschule kommt, fängt es langsam an zu verstehen, dass der Traum nicht echt war. Erwacht es aus einem Alptraum, kann es sich immer noch vor den Erlebnissen fürchten, aber zeitgleich weiß es, dass es nur ein Traum war. Meist kann es nach ein paar Minuten dann wieder einschlafen, ohne vorher euren Schutz zu suchen.

Trost spenden

Alpträume sind beängstigend, besonders für ein kleines Kind, das sie auch im wachen Zustand für echt hält. Schenkt eurem Liebling Trost und Geborgenheit nach so einem Traum, damit er sich wieder beruhigen kann. Versichert ihm, dass ihr da seid und ihm nichts passieren wird.

Vielleicht hilft es eurem Kind, wenn ihr ihm erklärt, was gerade passiert ist. Dabei ist es wichtig, dass ihr betont, dass es nur seine Fantasie war und die Bilder nicht echt sind. Bleibt verständnisvoll und geduldig, wenn euer Kind das nicht sofort glauben kann – vielleicht hilft in diesem Fall etwas Magie? Etwas Antimonsterspray oder ein Stofftier, das zum beschützenden Ritter geschlagen wird, können Wunder wirken.

Wenn euer Kind Angst vor der Dunkelheit hat, könnt ihr in ein Nachtlicht investieren. Diese Lichter stören nicht den Schlaf, schenken aber Sicherheit in der Nacht, da keine unheimlichen Schattengestalten ans Bett kommen können. Manche Kinder fühlen sich auch mit einer Taschenlampe sicher, die sie im Notfall anschalten können.

Am nächsten Morgen könnt ihr zusammen über den Alptraum sprechen – wenn euer Schatz das möchte. Bei Tageslicht wirkt vieles nicht mehr so furchteinflößend und eure logischen Erklärungen können besser verstanden werden. Vielleicht hat euer Kind auch Spaß daran, den Alptraum auf fantasievolle Art zu verarbeiten, indem er sich ein anderes Ende ausdenkt.

Alpträume verhindern

Im besten Fall hat euer Kind natürlich gar nicht erst Alpträume, die es später verarbeiten muss. Ganz verhindern lassen böse Träume sich nicht – vor allem da noch nicht geklärt werden konnte, wodurch sie entstehen. Ihr könnt aber dagegen vorgehen, indem ihr stattdessen süße Träume fördert.

Entspannt ins Bett zu gehen, hilft nicht nur dabei, überhaupt gut zu schlafen, sondern ist dazu eine gute Basis, schöne Träume zu haben. Den entspannten Schlaf eures Kindes könnt ihr unterstützen, indem ihr geregelte Schlafenszeiten einführt.

Dazu kann auch eine Einschlafroutine gehören, die ihr den Bedürfnissen und Interessen eures Sonnenscheins anpasst. Für manche Kinder bedeutet das, dass ein Buch vorgelesen wird, während andere mit ihren Eltern im Bett kuscheln und in aller Ruhe über die Erlebnisse des Tages berichten oder zusammen ein paar Minuten Einschlaf-Yoga machen.

Auch das Bett an sich fördert den Schlaf eures Kindes. Ein bequemes Kissen, die richtige Matratze und Temperatur sind für alle Menschen wichtig, um gut schlafen zu können. Für euer Kind können dazu ein Stofftier, ein Nachtlicht oder originaler Traumfänger gehören. Wenn ihr geschickte Finger habt, könnt ihr auch einen für euren Liebling basteln.

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