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Babysitter erleichtern den Familienalltag

Mutter mit Kind
©123rf.com | Antonio Guillem

Eltern müssen ihren Alltag oft regelrecht durchkomponieren. Mit den Anforderungen, die Familienleben und Arbeitswelt stellen, gelingt das mal mehr, mal weniger und manchmal gar nicht. Eltern, die sich für einige Stunden die Zweisamkeit zurück erobern möchten oder wichtige Termine ohne das Kind wahrnehmen müssen, engagieren einen Babysitter.

Babysitter erledigen die unterschiedlichsten Aufgaben: Sie bewachen den Schlaf des Babys, windeln es und geben ihm das Fläschchen. Mit dem Kleinkind spielen oder basteln sie. Sie gehen auf den Spielplatz oder spazieren. Ältere Kinder holen sie vom Kindergarten oder aus der Schule ab, begleiten sie zum Training, beaufsichtigen die Hausaufgaben und machen Mittag- und Abendessen. Sie sind Elternersatz und Spielgefährte in einer Person.

Worauf Eltern bei der Suche nach einem Babysitter achten sollten

Babysitter bieten in Zeitungsinseraten, an Pinnwänden im Supermarkt oder in der Kita ihre Dienste an, oder über Agenturen und Internetplattformen wie z.B. HalloBabysitter.de. Meist bieten sich Schüler, Studenten oder Senioren als Babysitter für Kinder jeden Alters an. Deshalb sollte man sich vor der Suche im Klaren sein, was er oder sie leisten sollen. Wird nur eine „Schlafwache“ benötigt oder soll das Kind von der Kita oder dem Sportverein abgeholt werden? Muss der Betreuer nur im Haus sein, während sich größere Kinder selbst beschäftigen, oder soll er mit den Kleinen auf den Spielplatz gehen? Werden Hol- und Bringdienste benötigt, sollten die Eltern einen Bewerber mit Führerschein auswählen bzw. einrechnen, ihm die Fahrkarten für Bus oder Bahn zu bezahlen.

Was der Babysitter letztendlich leisten soll, ist Verhandlungssache. Ebenso, ob er neben dem Hüten der Kinder etwas im Haushalt tut. Letztendlich ist das sicherlich auch eine Frage der Entlohnung. Grundsätzlich jedoch sollten die Eltern nicht davon ausgehen, dass der Babysitter saugt und Wäsche aufhängt. Natürlich wird er nach dem Essen die Küche ein wenig aufräumen und nach dem Spielen das Kinderzimmer. Aber eine Haushaltshilfe oder Putzfrau ist ein Babysitter nicht.

Stimmt die Chemie?

Hat man eine passende Person gefunden, vereinbart man bei der telefonischen Kontaktaufnahme das erste Treffen – am besten zu Hause und im Beisein aller Beteiligten. Dabei geht es um die Fragen: „Ist er oder sie uns sympathisch?“, „Passen wir zueinander?“ und „Trauen wir ihr oder ihm zu, sich um unser Kind zu kümmern?“ Im Zweifelsfall lädt man den Bewerber zu einem Probesitten ein, bei dem er sich im Beisein der Eltern mit dem Kind beschäftigt.

Besucht der Babysitter zu ersten Mal die Familie, ist das für beide Seiten eine spannende Begegnung. Während ihn die Eltern „unter die Lupe nehmen“, sollte auch die Hauptperson, das zu betreuende Kind, anwesend sein. Schließlich muss auch zwischen diesen beiden „die Chemie stimmen“. Verschwinden dann beide im Kinderzimmer, sind die Weichen meist schon gestellt.

Auch das Alter und die Erfahrungen des Betreuers spielen eine Rolle: Manche Anforderungen können bereits von Jüngeren gemeistert werden, für andere, wie die Pflege eines kranken Kindes, ist eine erfahrene Betreuungsperson besser geeignet.

Von Vertrauen und Zertifikaten

Da die Betreuung von Kindern nicht nur eine Sache des Vertrauens ist, sondern auch mit Verantwortung verbunden ist, sind Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Ernsthaftigkeit die Grundvoraussetzung für eine gute Zusammenarbeit. In Problemsituationen besonnen und vernünftig zu handeln und einen klaren Kopf zu behalten, ist ebenfalls wichtig.

Einige können Babysitter-Zertifikate oder die Teilnahme an Fortbildungen und Kursen nachweisen. Diese werden von Sozialträgern wie dem DRK angeboten, aber auch an Volkshochschulen oder in Familienzentren. Dennoch: Offiziell anerkannte Fortbildungen sind bei der Wahl des Babysitters zwar hilfreich, aber nicht immer notwendig. Viele haben jahrelange Erfahrung mit jüngeren Geschwistern, den eigenen Kindern oder Kindern im Bekanntenkreis. Und das zählt mindestens genau so viel wie ein Diplom.

Umgang mit Abläufen, Ritualen und Notfällen

Bevor er mit der Arbeit beginnt, sollte der Babysitter über Regeln, die in der Familie gelten, im Bilde sein. Ebenso, welchen Erziehungsstil die Eltern verfolgen, was den Kindern erlaubt oder verboten ist und welche Rituale es gibt: Ob zum Mittagsschlaf die Spieluhr aufgezogen und vor dem Zubettgehen noch eine Geschichte vorgelesen wird, wie lange die Größeren fern schauen dürfen oder ob es vor dem gemeinsamen Abendessen einen Tischspruch gibt. Dem Kind geben vertraute Abläufe während der elternlosen Zeit Sicherheit.

Der Betreuer muss mit der Wohnung vertraut sein. Er sollte nicht nur wissen, wo die Fernbedienung liegt, sondern auch, wo sich der Sicherungskasten, der Hauptwasserhahn, die Krankenkassenkarte und das Katzenfutter befinden. Die Telefonnummern der Eltern sowie von Verwandten, Nachbarn oder Freunden, die im Notfall erreichbar sind, sollten ihm natürlich ebenso bekannt sein.

Bezahlung von Babysittern

Eins vorab: Es gibt keinen Tariflohn für Babysitter. Ihr Stundenlohn des Babysitters hängt von vielen Faktoren ab. Regionale Unterschiede spielen ebenso eine Rolle wie die finanzielle Situation der Eltern und die Anzahl der zu betreuenden Kinder. Auch Qualifikation, Erfahrung und Alter des Babysitters sowie die zu erledigenden Aufgaben und der Anspruch der Eltern an die Betreuung sind von Belang.

Manche Eltern zahlen fürs Wachen über den Schlaf des Kindes abends und nachts weniger, als für eine intensive Betreuung am Nachmittag. Andere wiederum vergüten den nächtlichen Job mit einem Aufschlag von zehn Prozent. Wird die Betreuung öfter und regelmäßig gebraucht, kann die Familie den Babysitter auch über einen Minijob beschäftigen.

Minijob und Versicherungsschutz

Die Eltern sollten den Babysitter bis spätestens eine Woche nach Arbeitsbeginn bei der gesetzlichen Unfallversicherung anmelden. Wenn der Babysitter über einen Minijob beschäftigt ist, vollzieht die Minijob-Zentrale die Anmeldung per Haushaltsscheckverfahren. Der Beitrag der Familie als Arbeitgeber des Babysitters setzt sich aus Abgaben für die Unfall-, Kranken- und Rentenversicherung (10 Prozent des Entgeltes) sowie der Pauschsteuer (zwei Prozent des Entgeltes) zusammen. Die Beiträge werden von der Minijob-Zentrale eingezogen. In beiden Fällen muss jeder Arbeitsunfall, der ärztlich behandelt wird, an die Unfallkasse gemeldet werden.

Außerdem ist zu beachten, dass der Babysitter über eine erweiterte Haftpflichtversicherung verfügen sollte, die Arbeitsunfälle einschließt. Diese sind über die normale Haftpflichtversicherung in der Regel nicht abgedeckt.

Klingt alles kompliziert, ist es aber in den meisten Fällen nicht. Und sind die anfänglichen organisatorischen Hürden genommen, wird aus dem anfangs fremden Babysitter schnell der Held des Familienalltags.

Mehr Informationen findet ihr bei © www.HalloBabysitter.de

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