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Der große Tag der Geburt

Mutter mit Kind auf Arm nach Geburt
© famveldman / Fotolia

Wie lange soll das denn noch so weitergehen? Habe ich überhaupt noch Füße oder werde ich einfach platzen? Diese Fragen müsst ihr euch jetzt nicht mehr stellen, denn die Geburt steht endlich an. Aber was erwartet euch jetzt?

Vor der Geburt

Normalerweise kennt ihr den Zeitraum, in dem ihr euer Kind zur Welt bringen werdet und könnt euch darauf vorbereiten. Ihr organisiert den Haushalt entsprechend, bereitet den Rest der Familie darauf vor und vor allem auch euch selbst. Aber auch der Körper macht sich ohne euer Zutun bereit.

Wann sage ich dem Fachteam Bescheid?

Es gibt viele Faktoren, die den Zeitpunkt beeinflussen, wann ihr zur Klinik oder ins Geburtshaus fahrt bzw. die Hebamme zu euch nach Hause ruft. Müsst ihr noch auf euren Partner warten (falls er vorhanden ist und ihr ihn mitnehmen wollt)? Herrscht gerade Berufsverkehr und wie groß ist die Entfernung? Gibt es Kinder, die ihr vorher versorgt haben müsst und ist die Tasche schon gepackt? 
Übrigens: Wenn ihr sicher gehen wollt, dass ihr alles dabei habt, könnt ihr einen Blick in unsere Checkliste werfen. Ganz wichtig ist, dass ihr trotz der Aufregung Ruhe bewahrt und euren Mutterpass dabei habt.

Die Wehen

Werdet ihr das erste Mal Mutter, erlebt ihr ca. vier bis sechs Wochen vor der Niederkunft die sogenannten Senkwehen: Ihr könnt ein Ziehen im Kreuzbein oder der Leistengegend spüren. Vielleicht kommt euch dieses Gefühl von eurer Periode bekannt vor. Dass sich die Gebärmutter zusammenzieht, ist auch daran feststellbar, dass euer Bauch hart wird.

Der Übergang zu den Vorwehen verläuft fließend und ist nicht immer klar trennbar. Beide Wehen verbindet, dass sie eher unregelmäßig auftreten, während sie sich gleich stark anfühlen. Wenn ihr euch ablenkt oder etwas Warmes auf den Bauch legt, werden sie weniger stark.

Die Geburtswehen dagegen sind regelmäßig und werden immer stärker. Diese Wehen fordern eure volle Aufmerksamkeit und ihr euch möglicherweise nicht mehr unterhalten oder anderweitig beschäftigen können.

Dadurch, dass die Geburtswehen langsam stärker werden, habt ihr die Möglichkeit, euch daran zu gewöhnen. Wenn ihr wollt, könnt ihr auf den Rhythmus achten und mit Bewegung und der richtigen Atmung gegen die Schmerzen vorgehen. Übrigens wird eine Wehe von ihrem Beginn bis zum Auftreten der nächsten Wehe gemessen.

Der natürliche Geburtsablauf

Wie lange eine Geburt dauert, ist von Mutter zu Mutter und auch von Kind zu Kind verschieden. Sie beginnt mit der Öffnung des Muttermundes durch regelmäßige Wehen und endet, wenn die Plazenta aus dem Körper gepresst wurde. Meist dauert dies mehrere Stunden.

Wenn sich der Muttermund vollständig geöffnet hat, hat sich der Kopf eures Kindes dem Beckenring angepasst und es kann durch den Beckeneingang geschoben werden. Die Wehen sorgen dafür, dass sich das Köpfchen in die Beckenmitte oder –höhle schiebt. Nach einer Vierteldrehung rutscht es dann auf den Beckenboden. Während dieser Bewegung dreht sich der Rücken eures Kindes nach vorne. 

Ihr verspürt jetzt den Drang, eurer Kind auf die Welt zu pressen und die Gebärmutter unterstützt euch dabei, denn ihr Muskel ist jetzt so dick, wie er nur werden kann und hat eine enorme Kraft. Eure Bauchmuskulatur unterstützt die Kraft eurer Wehen ebenfalls. Viele Frauen empfinden dies als Dehnung und nicht mehr als Schmerz. Wenn der Kopf eures Kindes euren Körper verlassen hat, rutschen sein Rumpf und die Beine zügig nach.

Nachdem ihr euer Kind zur Welt gebracht habt, zieht eure Gebärmutter sich fest zusammen, wodurch die Plazenta ihre Haftung verliert und die Blutgefäße sich verschließen. Wenn euer Kind selbstständig atmet oder die Nabelschnur durchtrennt wurde, verliert die Plazenta ihre Aufgabe und wird ausgeschieden. Sobald diese Nachgeburt vorbei ist, ist die Geburt abgeschlossen und ihr befindet euch im Wochenbett.

Nach der Geburt

In den nächsten Tagen werdet ihr weiter Wehen erleben, die durch das Stillen ausgelöst werden. Diese Wehen verkleinern weiter eure Gebärmutter und nach etwa zwei Wochen könnt ihr sie nicht mehr über eurem Schambein ertasten.

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