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Der Kampf ums Gemüse

Gemüseauswahl
©Photo by Iñigo De la Maza on Unsplash

Zu zwei Dingen kann man Kinder nicht zwingen: Schlafen und Essen. Wenn euer Kind partout nicht einschlafen will, wisst ihr, dass es trotzdem irgendwann einschlafen wird – das könnt ihr im Notfall also einfach aussitzen. Aber Gemüse von alleine essen? Da sieht die Sache schon anders aus.

Immer das gleiche Essen

Eine gewisse Routine beim Essen ist sicherlich nicht verkehrt – einige Besatzungsmitglieder genießen zum Beispiel täglich ihr Apfelpäuschen – aber gerade Kleinkinder können in eine zwanghafte Routine geraten, in der sie ausschließlich ein bestimmtes Nahrungsmittel zu sich nehmen wollen. Und sonst nichts. Sollte euer Kind dieses Verhalten an den Tag legen, dürft ihr dem nicht nachgeben. Natürlich zwingt ihr es auch nicht zum Essen, aber bereitet nicht für jede Mahlzeit diese Nahrung zu. Kocht euren Wünschen oder dem Wochenkochplan entsprechend und lasst euer Kind zugreifen.

Einmal ist keinmal

Viele Kinder mögen neue Nahrung anfangs gar nicht – und da gehört nicht nur Gemüse zu. Sie brauchen eine Weile und einige Versuche, um sich an das Neue zu gewöhnen; manchmal sind sogar mehr als zehn Misserfolge vollkommen normal, bevor euer Kind eine Speise akzeptiert. Wenn ihr eine neue Sorte Gemüse oder eine ungewohnte Zubereitungsart auf den Speiseplan eures Lieblings bringen möchtet, könnt ihr den Übergang vereinfachen, indem ihr dazu etwas reicht, was euer Kind gerne isst.

Es wird nicht verhandelt

Gerade von früher kennt man noch die Herangehensweise, dass Kinder gezwungen oder bestochen werden, damit sie Gemüse essen. Das hat aber leider nur den Effekt, dass Gemüse als äußerst unangenehm und je nach Strenge der Eltern sogar als Strafe angesehen wird und Machtkämpfe während der Mahlzeiten ausgetragen werden. Bietet stattdessen bei jedem Essen variierendes Gemüse an und belohnt eure Kinder nicht dafür, dass sie es gegessen haben.

Ein Vorbild sein

Wenn euer Kind nicht sieht, wie ihr Gemüse esst, wird es nicht verstehen, warum es selbst welches essen soll und dagegen rebellieren. Isst der Rest der Familie dagegen sein Gemüse, wird es dies imitieren wollen, wie bei allen anderen Dingen auch.

Involviert eure Kinder

Je nachdem, welches Gericht auf den Tisch kommen soll, passen verschiedene Gemüsesorten als Beilage dazu. Wenn ihr eurem Kind die Wahl überlasst, welches davon zubereitet wird, fühlt es sich und seine Meinung wertgeschätzt. Während ihr das Gemüse vorbereitet, könnt ihr auch zusammen ein paar rohe Stücke knabbern.

Kindgerechtes anrichten des Essens

Mit Gemüse könnt ihr viele lustige Dinge auf dem Teller eures Kindes anrichten. Ein Gesicht mit Möhrenschnitzeln als Augen, eine kleine Tomate für die Nase und Bohnen für den Mund sehen direkt viel freundlicher aus und es macht Spaß, diese zu essen. Wenn ihr die Zeit und Muße habt, könnt ihr euch auch von japanischen Lunchboxen (Bento) inspirieren lassen – die Lightversion dieser Kunstwerke reicht aber völlig aus, keine Sorge.

Mit Zeit und Geduld könnt ihr es also schaffen, dass euer Kind einige Sorten Gemüse essen und manche sogar lieben wird.

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