Kinderkompass > Entwicklung > Ein neues Geschwisterchen

Ein neues Geschwisterchen

©PhotoKinder sitzen nebeneinanderby Joshua Clay on Unsplash
©Photo by Joshua Clay on Unsplash

Wundervolle Nachrichten für die Eltern – eine äußerst irritierende Botschaft für viele Kinder. Sobald ein weiteres Baby unterwegs ist, gibt es in Familien viele Veränderungen und spätestens, wenn das jüngere Geschwisterchen auf der Welt ist, werden viele ehemalige Einzelkinder eifersüchtig.

Wenn ihr euren noch Sonnenschein auf den Familienzuwachs vorbereitet, steht einer stolzen großen Schwester bzw. einem großen Bruder nichts im Wege. Wie ihr das am besten macht, erfahrt ihr hier.

Während der Schwangerschaft

Je nachdem wie alt euer Kind ist, wird es mit der Erklärung „in vier Monaten hast du ein Geschwisterchen!“ nicht so wirklich viel anfangen können. Wenn ihr stattdessen die Jahreszeit nennt, kann es sich daran orientieren und wird nicht von der plötzlichen Geburt überrannt.

Wenn euer Nachwuchs dann Fragen stellt, beantwortet sie ihm ruhig altersgerecht. Für eine sexuelle Aufklärung ist es sicherlich – zum Glück! – noch zu früh, aber das Wissen, dass in Mamas Bauch etwas wächst und man die Tritte auch spüren kann, ist für viele Kinder äußerst spannend. Aber auch wenn es kein weiteres Interesse zeigt, ist das vollkommen in Ordnung.

Möchte es aber mehr erfahren, könnt ihr ihm zum Beispiel altersgerechte Bücher über Schwangerschaft und Babys vorlesen oder euch zusammen Babyfotos der Familienmitglieder ansehen.

Besonders beliebt ist das gemeinsame Überlegen eines Namens – dadurch fühlt sich euer Kind als wichtiges Familienmitglied, das nicht durch das neue Kind ersetzt werden soll.

Manche Einrichtungen bieten auch Kurse für Geschwisterkinder an. In diesen lernen sie, wie sie ein Baby auf dem Arm halten können, wie der Säugling geboren wird und – was ganz wichtig ist – sie können sich altersgerecht mit anderen „betroffenen“ Kindern austauschen. Vielleicht finden sie sogar neue Freunde.

Während der Geburtsvorbereitungen

Wenn der Geburtstermin näher rückt, müsst ihr euch überlegen, wer auf euer Kind aufpasst, während ihr das neue Familienmitglied auf die Welt bringt. Diese Pläne sollten eurem Sprössling bekannt sein und am besten ist eine Person involviert, die es sehr gerne mag und sich deswegen nicht abgeschoben fühlt.

Wenn möglich, sollte euer Kind euch sobald wie möglich im Krankenhaus besuchen kommen – am besten, wenn keine weiteren Besucher dort sind. Dadurch wird die familiäre Bindung gestärkt.

Der neue Familienalltag

Sobald das Baby zu Hause angekommen ist, könnt ihr eurem älteren Kind helfen, sich an die vielen Veränderungen zu gewöhnen. Am besten involviert ihr es so gut es geht in den neuen Alltag mit Baby.

Viele Kinder möchten helfen und auch wenn dann gewisse Dinge länger dauern, als wenn ihr sie alleine machen würdet, hilft dies, dass die Geschwister eine positive Bindung zueinander aufbauen. Aussuchen, welcher Strampler heute angezogen werden soll, mit dem jüngeren Geschwisterchen reden, während die Windeln gewechselt werden oder einen vorsichtigen Gute-Nacht-Kuss auf die Stirn hauchen können schon die Kleinen.

Wenn ihr eurem Säugling die Brust gebt, kann euer älteres Kind nicht helfen – haltet also schöne Beschäftigungen für diese Zeiten bereit, damit es sich nicht ignoriert fühlt.

Besonders wichtig ist, dass ihr euch auch Zeit für euer Erstgeborenes nehmt, während jemand anderes auf das neueste Familienmitglied aufpasst. So könnt ihr Wut auf das Geschwisterchen oder Verlustängste verhindern. Ebenfalls sollten sich nicht alle Gespräche immer nur um das Baby drehen. Wenn die Nachbarn immer nur fragen, wie es dem jüngeren Bruder bzw. der jüngeren Schwester geht, ist Ärger und Eifersucht fast schon vorprogrammiert.

Wenn euer Kind in einen Kindergarten geht, sollte es dies auch weiterhin tun. Routinen sind wichtig für Kinder und so habt ihr dazu die Möglichkeit, euch in Ruhe um den Zuwachs zu kümmern, ohne dass sich jemand ignoriert fühlen muss.

Und wenn es Probleme gibt?

So viel Mühe ihr euch auch gebt, es kann trotzdem passieren, dass euer Kind eifersüchtig wird. Nehmt euch Zeit und sprecht in Ruhe mit ihm darüber. Ermutigt es, über alle Gefühle und Gedanken mit euch zu sprechen und zeigt Verständnis. Viele Kinder gehen in dieser Zeit über die vereinbarten Grenzen – wütend werden hilft da nicht. Aber auch zu viel Nachsicht schadet hier. Die Gefühle, die euer Kind in sich trägt, sind in Ordnung, aber es muss lernen, dass es diese angemessen ausdrücken muss.

gastautor banner
Ferienabenteuer