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Friede, Freude, Eierkuchen

Eltern und drei Kinder lächeln in die Kamera
© Daniel Park auf Pixabay

Die heilige Dreifaltigkeit der deutschen Familie? Nicht unbedingt, aber dennoch sehr wichtig für ein gesundes und harmonisches Miteinander. Manchmal steckt aber einfach der Wurm drin und ihr wisst nicht, wie ihr die Harmonie zurück in eure Familie holen könnt?

Ein friedliches Miteinander unterstützen

Es gibt ganz simple und im Familienalltag einfach umzusetzende Möglichkeiten, wie eure Kinder besser miteinander klar kommen können. Natürlich hilft es sehr, wenn ihr die Hintergründe des Streits vorher versteht. Wenn ihr euch unsicher seid, welchen Grund der Konflikt haben könnte, könnt ihr euch zum Beispiel hier ein paar Ideen dazu holen.

Aber jetzt zurück zum eigentlichen Thema. Diese Dinge können ein friedliches familiäres Miteinander unterstützen:

  • Regeln für akzeptables Verhalten

Erklärt euren Kindern, dass sie die andere Person im Streit nicht hauen dürfen und dass weder beleidigt noch geschrien oder die Türen geknallt werden. Wenn sie schon alt genug sind, könnt ihr euch zusammensetzen und die Regeln gemeinsamen ändern bzw. anpassen – auch die Konsequenzen sollten entsprechend definiert werden, sollten eure Regeln gebrochen werden. So fühlen sich eure Kinder wertgeschätzt und verstehen eher den Sinn dieser Familienregeln.

  • Fair bedeutet nicht immer das gleiche

Kinder verstehen Grauzonen oft nicht richtig und sind in ihrem Gerechtigkeitsempfinden gerne fast schon militant. Darauf solltet ihr euch aber nicht einlassen und die Konsequenzen dem jeweiligen Kind anpassen. Für den einen mag die Erfahrung, nachmittags nicht mehr raus zum Spielen zu dürfen, sehr lehrreich für sein späteres Verhalten sein, während der andere das schon eher als Belohnung empfinden könnte und nicht das lernt, was ihr ihm beibringen wolltet.

  • In Frieden alleine sein dürfen

Egal wie familienbezogen eure Kinder sind, manchmal möchten sie einfach ihr eigenes Ding machen und den Bruder bzw. die Schwester nicht dabei haben, auch wenn sie sonst die besten Freunde sind. Am besten könnt ihr eure Kinder darin unterstützen, indem sie feste Zeiten in ihrem Tagesablauf haben, wo sie zum Beispiel in Ruhe malen dürfen. Wenn ihr die Möglichkeiten habt, dass sie eigene Zimmer haben, ist das natürlich besonders leicht umzusetzen. Aber auch wenn es darum geht, sich mit Freunden zu treffen, müssen die kleinen Geschwister nicht immer mit dabei sein. Hat die andere Familie ebenfalls kleinere Kinder, könnt ihr zum Beispiel überlegen, ob die älteren zusammen bei euch und die kleineren bei der anderen Familie spielen.

  • Bedingungslose Liebe

Geschwister haben oft das Gefühl, dass sie sich die Liebe ihrer Eltern erarbeiten müssen. Sagt und zeigt ihnen, dass dies nicht stimmt und ihr sie alle ohne Grenzen liebt. Mit der Zeit werden sie dann verstehen, dass Liebe nichts ist, was aufgebraucht werden kann und sie nicht um ihren Anteil kämpfen müssen.

  • friedliche Familienzeit genießen

Genauso wichtig wie Zeit für sich allein zu haben, ist es, Zeit mit der Familie zu verbringen. Wenn eure Kinder lernen, dass man mit dem jüngeren Geschwisterchen Spaß haben kann, sind sie ihm direkt positiver und offener gegenüber eingestellt. Ihr könnt zum Beispiel zusammen auf der Couch einen Film ansehen oder draußen Seifenblasen auf die Welt loslassen.

  • Feste Zeiten einplanen

Oft streiten Kinder sich darum, wer mit einem Spielzeug spielen darf. Wenn das immer wieder passiert, könnt ihr euch überlegen, einen Zeitplan aufzustellen, der genau festlegt, wann wer das besagte Spielzeug haben darf und wann es an den anderen abgegeben werden muss. Halten eure Kinder sich nicht an diesen Plan und versuchen trotzdem weiter, ihren Besitz zu sichern, müsst ihr das Spielzeug wohl für eine Weile beiseitelegen.

Zeit für eine Familientherapie?

In manchen Familien ist der Konflikt zwischen Geschwistern so stark ausgeprägt, dass ihr als Eltern einfach nicht mehr weiterkommt oder es starke Auswirkungen auf die emotionale oder psychische Entwicklung eurer Kinder hat. Zum Glück könnt ihr euch jederzeit Hilfe von professionell ausgebildeten Fachleuten holen. Wenn ihr nicht wisst, wie ihr am besten jemanden findet, könnt ihr euch an eure Krankenkasse wenden.

Aber wann ist der Punkt erreicht, wo ihr für den Frieder in der Familie Hilfe von außen brauchen könntet?

  • Der Konflikt eurer Kinder verursacht Probleme in eurer Beziehung
  • Es besteht die reale Gefahr, dass mindestens ein Familienmitglied körperlich verletzt wird
  • Mindestens ein Familienmitglied ist durch die Situation in seiner psychischen Gesundheit gefährdet
  • Es könnten psychische Krankheiten bestehen
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