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Gespräche mit dem Kinderarzt

Arztpraxis
© by Jesse Orrico on Unsplash

So oft hört ihr, dass ihr bei Sorgen oder Problemen mit eurem Kinderarzt sprechen sollt. Aber wie macht ihr das am besten, damit alles schnell und verständlich geklärt wird?

Euer Kinderarzt ist neben Familie und Freunden der Ansprechpartner schlechthin, wenn es um das wichtigste in eurem Leben geht. Leider seid ihr aber oft selbst sehr beschäftigt und die Arztpraxen quellen meist ja auch nur über. Trotzdem könnt ihr mit diesen und weiteren Faktoren ein gutes Verhältnis zueinander aufbauen und die gemeinsamen Termine sinnvoll nutzen.

Standard-Beziehungen

Ewigkeiten auf einen Termin warten, trotz Termin Ewigkeiten im Wartezimmer warten, endlich aufgerufen werden und dann Ewigkeiten mit dem Arzt sprechen? Zumindest den letzten Punkt kennen sicherlich nur wenige von euch. Das Terminmanagement funktioniert in den meisten Arztpraxen mal mehr, mal weniger gut – Notfälle bilden natürlich immer eine mehr als entschuldbare Ausnahme – aber wirklich Zeit für ein ausgiebiges Gespräch haben viele Ärzte nicht mehr für ihre Patienten.

Vielleicht ist die Menge an frei verfügbaren Informationen für nicht medizinisches Fachpersonal deswegen stetig gewachsen – und wächst täglich weiter. Symptome werden fix gegoogelt und dem Arzt samt gewünschter Therapie präsentiert, damit Zeit eingespart werden kann. Manchmal ist das sogar hilfreich, gerade bei kleineren, unbedeutenden Krankheiten – die, wo ihr euch einfach nur ins Bett legen und schlafen müsst, um wieder gesund zu werden. Oft geht ihr dann nur zum Arzt, weil ihr eine Krankschreibung für euren Arbeitgeber braucht. Natürlich lasst ihr euch dann aber untersuchen, wenn es nach ein paar Tagen nicht besser geworden ist.

Bei manchen Eltern wird diese eigentlich gesunde Einstellung aber fanatisch. Die Diagnose des Arztes – Abwarten und Tee trinken – wird nicht akzeptiert und stattdessen Antibiotika bei einer Erkältung eingefordert, damit man nur ja wieder schnell gesund wird.

Wie findet ihr zu einer gesunden Balance zwischen Selbstinformation und Vertrauen zum Arzt? Denn das ist eine wichtige Komponente, um eine gute Beziehung zu eurem Kinderarzt aufzubauen.

Kommunikation mit dem Kinderarzt

Um eine gute Beziehung zu eurem Kinderarzt aufzubauen, ist es wichtig, dass ihr offen kommuniziert und vernünftige Erwartungen habt.

Was könnt ihr zum Beispiel vom Arzt eures Kindes verlangen?

  • Unterstützung bei der Überwachung und Förderung der körperlichen und psychischen Gesundheit eures Lieblings
  • Aufklärung über die Entwicklung
  • Diagnose und Therapie leichter bis schwerer Krankheiten und Behinderungen
  • Ratschläge über gesundheits- und entwicklungsfördernde Maßnahmen
  • Überweisungen an Spezialisten

Euer Kinderarzt ist also nicht nur bei Krankheiten euer Ansprechpartner. Wenn ihr Sorgen über die Ernährung, Verhaltensauffälligkeiten oder potentiell traumatische Erlebnisse habt, hilft er euch jederzeit weiter und hat auch oft passende Kontakte parat, an die ihr euch wenden könnt.

Aber nicht nur ihr habt Erwartungen an euren Kinderarzt – auch er wird Forderungen an euch stellen, die der Gesundheit eures Kindes dienlich sind. Dazu gehört zum Beispiel euer Interesse an eurem Kind – schwer vorstellbar dass manche Eltern nur wenig Interesse an ihrem Liebling haben oder? Wenn er weiß, dass ihr euer Kind gut beobachtet und er sich auf euch verlassen kann, wir die Kommunikation gleich einfacher werden.

Richtig Vorbereiten

Scheut euch nicht, wichtige Informationen im Vorfeld aufzuschreiben; kaum jemand kann sich alles merken und dann auch noch im richtigen Moment wieder abrufen. Ein Notizbuch oder eine App helfen euch, alles über euer Kind zu notieren, damit sich euer Kinderarzt bei jedem Termin ein umfassendes Bild machen kann. Gerade in den ersten Jahren seines Lebens oder wenn das Gewicht euch Sorgen macht, solltet ihr in regelmäßigen Abständen notieren, wie viel euer Sonnenschein wiegt und wann die Messung erfolgt ist. Eine Empfehlung, wie oft ihr wiegen solltet, gibt euch euer Kinderarzt.

Besonders wenn euer Liebling krank ist, hilft eine genaue Dokumentation sehr, damit die richtige Diagnose und Behandlung gefunden werden kann. Anstatt zu sagen, dass euer Kind krank ist, könnt ihr bei Magen-Darm-Beschwerden zum Beispiel aufschreiben, wann es erbrochen oder Durchfall hatte, wie hoch seine Temperatur ist oder wie sein sonstiger Zustand ist (ungewöhnlich schläfrig, abwesend, so aktiv wie sonst auch, etc.).

Auch eure allgemeinen Fragen und Sorgen könnt ihr notieren, um sie so parat zu haben und nichts während des Termins zu vergessen.

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