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Reggio Pädagogik

Kind mal mit Kreide auf Holz
© Jelleke Vanooteghem on Unsplash

Montessori, Waldorf, Reggio… die Auswahl pädagogischer Ansätze in Kindergärten kann ganz schön verwirrend sein. Im zweiten Teil unseres kleinen Guides geht es um die Pädagogik nach Reggio.

Reggio kurz erklärt

Die Reggio Pädagogik entstand in der Nachkriegszeit in Reggio. Es handelt sich jedoch nicht um ein Theoriemodel, sondern eher um philosophische Überlegungen, nach denen Grundannahmen und Praxiselemente flexibel miteinander verbunden werden können. Diese folgen dem Ansatz „Das Kind besteht aus Hundert“. Der Fokus liegt dabei darauf, dass es ein Dorf braucht, um Kinder zu erziehen. Starken Einfluss  auf Reggio nehmen dabei die Gesellschaft, Kultur und Tradition der Region Reggio.

Förderung nach Reggio

Geht euer Kind in eine Reggio Kita, kann es forschen, hinterfragen und prüfen, so viel es mag. Wie ein kleiner Wissenschaftler, der die Welt nach seinen Interessen erforscht. Dabei wird es aber nicht sich selbst überlassen, sondern es erhält Hilfe und Unterstützung von Experten. Die Erzieher*innen kooperieren mit eurem Kind auf gleicher Ebene. Dabei sehen sie euer Kind als von Grund auf positiv.

Besonders wichtig ist die Kunsterziehung. Euer Kind kann Malen, Musizieren, Handwerken, Spielen und seine Gefühle und Gedanken in Hundert Sprachen ausdrücken. Das Spielzeug in der Kita besteht vor allem aus Materialien, die euer Kind entweder selbst weiterverarbeiten oder als Werkzeug zur Weiterverarbeitung nutzen kann.

Neben den menschlichen Erzieher*innen hat der Raum der Kita selbst eine Erzieher-Funktion. Er soll eurem Kind sowohl Rückzugsmöglichkeiten als auch Aktivitätsanreize bieten. Die Werke eures Kindes und der anderen könnt ihr dazu immer an den Wänden bewundern. Oftmals handelt es sich auch um Gemeinschaftsprojekte der Kinder untereinander, denn das Miteinander ist von hoher Bedeutung in diesem pädagogischen Ansatz. Die Regeln, denen alle Kinder folgen sollen, werden nicht von Oben nach Unten aufgestellt, sondern die Kinder entscheiden gemeinsam.

Vor- und Nachteile

Warum könntet ihr euch für Reggio entscheiden?

  • Euer Kind hat die Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen und Spontanität ohne strukturierten Tagesablauf auszuleben
  • Ihr arbeitet eng mit den Erzieher*innen zusammen und habt ein gemeinsames Ziel
  • Euer Kind hat klare Bezugspersonen und kann seine Angst durch gemeinsame Aktivitäten verlieren

Warum könntet ihr euch gegen Reggio entscheiden?

  • Euer Kind lernt nichts, was es nicht sofort interessiert
  • Euer Kind könnte klarere Strukturen brauchen, um die Welt zu erforschen
  • Die Schwächen eures Kindes werden zugunsten der Förderung seiner Stärken ignoriert
  • Es gibt Bedenken, ob Reggio außerhalb der Region Reggio umgesetzt werden kann

Alternativ könnt ihr zum Beispiel einen Regelkatalog zusammen mit eurem Kind aufstellen und es bei der Erforschung seiner Interessen tatkräftig unterstützen.

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