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Schlafprobleme verstehen und begleiten

Weinendes Baby
©pixabay_joffi

„Schläft dein Kind schon durch?“ Diese Frage setzt Eltern schnell unter Druck und führt zu großer Verunsicherung. Gerade im Bereich kindlichen Schlafverhaltens gibt es viele Fehlinformationen und daraus resultierend falsche Erwartungen.

Ein ganz anderer Schlafrhythmus

Aus der Schlafphysiologie lernen wir, dass aufgrund der frühkindlichen Entwicklung des Gehirns Kinder anders schlafen, als wir uns das vorstellen.

Babys verbringen in den ersten drei Monaten einen höheren Anteil ihres Schlafs in der aktiven REM-Phase, die u.a. der Bildung von Nervenbahnen und der Verarbeitung von Erlebnissen dient. Die Stufen des ruhigen Non-REM-Schlafs sind noch nicht richtig ausgebildet. Anders als Erwachsene starten sie beim Einschlafen mit dem REM-Schlaf, ihr Schlafzyklus ist viel kürzer. Ab dem 5. bis 8. Monat beginnt die Phase verstärkter Exploration und erster Autonomiebestrebungen. In dieser Zeit kommt es häufig zu einem vermehrten Aufwachen. Zugleich steigt das Bedürfnis nach sicherheitsspendender Nähe. Ab dem 2. Lebensjahr stabilisiert sich der Schlaf. Das Herausbilden eines regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus erfolgt allmählich – individuell verschieden – und verfestigt sich in der Regel bis zum Schulalter.

Statt die Entwicklung in Ruhe zu begleiten, probieren Eltern unter Druck und Anstrengung alles Mögliche aus: schuckeln, im Auto umherfahren – und dennoch wacht das Baby immer wieder auf. Es kommt zu dauerhafter körperlicher Anspannung und akuten Stresszuständen, was sich auf das Kind überträgt. Daraus entwickelt sich oft ein Teufelskreis für Eltern und Kind, entspannendes Absinken in den Schlaf ist kaum noch möglich.

Erste Hilfe Tipps zum Einschlafen

Hier greift das Angebot der SchreiBabyAmbulanzen: Bei wachsender Erschöpfung ist es wichtig, sich Unterstützung zu holen. Die Erfahrung zeigt, dass mit professioneller Hilfe der Zustand innerer und äußerer Ruhe sehr viel schneller wieder einkehrt.

Einschlafen kann das Kind nur selbst. Aber Eltern können für ein unterstützendes Umfeld sorgen, das es dem Baby erleichtert, entspannter ein- und durchzuschlafen. Im Folgenden möchte ich Ihnen einige grundlegende Dinge mitgeben:

  • Einschlafen auf dem Arm/bei körperlicher Nähe gibt in den ersten Wochen/Monaten Sicherheit. Achten Sie auf eine bequeme Haltung und warten Sie ab, bis der Schlaf tiefer geworden ist. Widersetzen Sie sich dem Bedürfnis, sich einfach rauszuschleichen, sondern kündigen Sie es an.
  • Viele Kinder lieben eingegrenzte Schlafplätze (Tragetuch etc.). Auch Pucken kann für unruhige Babys hilfreich sein (ähnlich enger Zustand wie als Embryo).
  • Lernen Sie, Müdigkeitssignale (Augenreiben etc.) zu erkennen und zu nutzen. Sorgen Sie für ausreichend Entspannung und Tagschlaf.
  • Unterstützend ist die Gestaltung von Ritualen: Wiederholende Elemente beruhigen das Nervensystem – daher nicht ständig die Methoden wechseln.
  • Alles, was Sie in der Schlafbegleitung machen, muss sich für Sie gut und klar anfühlen. Anstrengung und Unsicherheiten bemerkt Ihr Kind, und das emotionale Loslassen ist kaum möglich.
  • Achten Sie neben den Bedürfnissen des Kindes auf sich und Ihre Grenzen. Überlegen Sie, wie man sich abwechseln oder für Entlastung sorgen kann. Auch hierzu finden Sie Rat und Hilfe in den SchreiBabyAmbulanzen.

 

Renate Kellendonk

SchreiBabyAmbulanz Köln

www.schreibabyambulanz-koeln.com

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