Stottern

Mädchen frustriert, weil es stottert
© Patrick Fore on Unsplash

Viele Kleinkinder stottern eine Zeitlang, ehe es von alleine wieder verschwindet. Manchmal brauchen Kinder aber auch eine Therapie, um stotterfrei sprechen zu lernen.

Was ist Stottern?

Stottern ist eine Unterbrechung im Sprachrhythmus. Woran denkt ihr, wenn ihr ans Stottern denkt? Für die meisten Menschen äußert Stottern sich darin, dass die Person bestimmt Silben oder Buchstaben mehrfach hintereinander wiederholt, ehe das Wort ausgesprochen wird.

Wenn euer Kind einzelne Silben oder Wörter in die Länge zieht oder gar nicht ausspricht, sondern darüber still hinweg geht, stottert es aber ebenfalls. Warum manche Kinder stottern und andere flüssig sprechen, ist noch unklar. Die meisten Ärzte und Forscher glauben, dass ein Problem zwischen den Gehirnfunktionen und den für das Sprechen notwendigen Muskeln und Körperteilen besteht.

Wahrscheinlich ist Stottern dazu vererbbar, denn stotternde Kinder haben dreimal häufiger ein enges Familienmitglied, dessen Sprachfluss ebenfalls unterbrochen war oder immer noch ist. Wenn zum Beispiel ihr oder eure Eltern Stotterer waren, ist es also wahrscheinlich, dass euer Nachwuchs ähnlich im Laufe seiner sprachlichen Entwicklung sprechen wird.

Stotterer oder durchschnittliche Entwicklung?

Die ersten Anzeichen, ob euer Kind stottern wird oder nicht, könnt ihr zwischen dem 18. und 24. Monat beobachten. In diesem Zeitraum fängt euer Kind an, aus verschiedenen Wörtern kurze Sätze zu bilden, während sein Sprachschatz förmlich boomt.

In dieser Zeit ist es vollkommen normal, wenn euer Kind einen unterbrochenen Sprachfluss haben sollte – auch wenn das für euch manchmal nervig oder frustrierend sein kann. Seid so geduldig wie möglich, während ihr eurem Sonnenschein zuhört, um zu erfahren, was er euch mitteilen will.

Manche Kinder stottern nur für wenige Wochen, während andere viele Monate so sprechen. Dazu kann es kommen und gehen. Solange euer Kind nur ab und an stottert oder währenddessen keine ungewöhnlichen Bewegungen macht, könnt ihr es einfach aussitzen. Die meisten Kinder hören damit von ganz alleine wieder auf, wenn sie vor ihrem fünften Lebensjahr angefangen haben zu stottern.

Stottert euer Kind dagegen oft oder es wird schlimmer, solltet ihr euch an euren Kinderarzt wenden und dann einen Logopäden aufsuchen. Wenn euer Kind stottert und dabei seinen Körper oder das Gesicht anders als zuvor bewegt, ist ein Gang zum Arzt ebenfalls eine gute Idee.

Geht euer kleiner Stotterer schon zur Schule? Dann ist ihm sein unterbrochener Sprachfluss bestimmt bewusst und es kann ihm peinlich sein. Besonders wenn Klassenkameraden oder Freunde die Aufmerksamkeit auf sein Stottern lenken oder sich sogar darüber lustig machen, wendet ihr euch am besten an den Lehrkörper. Sie können das Thema mit den anderen Kindern besprechen und mitunter die Situation für euren Sonnenschein verbessern. Oft hilft es, wenn stressige Gespräche wie zum Beispiel Vorträge pausieren, bis er eine Sprachtherapie beginnen konnte.

So könnt ihr helfen

Um eurem Kind zu helfen, solltet ihr immer geduldig mit ihm und es nicht unter Druck setzen. Das hilft sowohl Kindern, die kurzzeitig stottern als auch solchen, die sprachtherapeutische Hilfe benötigen.

Am besten macht ihr das, indem ihr von eurem Liebling nicht erwartet, dass er deutlich oder richtig spricht. Sprechen lernen soll Spaß machen und schließlich ganz von selbst funktionieren. Wenn ihr zusammen esst, könnt ihr die Gelegenheit nutzen und zusammen über alles Mögliche sprechen. Fernseher und Radio sollten dabei abgeschaltet sein, um keine Ablenkung zu bilden.

Auch wenn ihr das selbst so gelernt habt, vermeidet ihr es am besten, euer Kind zu korrigieren. Ein gutgemeintes „langsam“, „denk nach, bevor du zu sprechen anfängst“ oder „hol mal tief Luft“ wirken leider gar nicht gut, sondern stressen euer Kind eher, da es sein Stottern jetzt erst recht bemerkt. Unterbrecht es auch nicht oder beendet seinen Satz, wenn ihr wisst, was es euch sagen will. Hört geduldig bis zum Ende zu und schaut ihm dabei in die Augen. Wenn ihr genervt oder gelangweilt wirkt, bemerkt euer Kind das sofort und es wird noch gestresster.

Vielen Kindern hilft es, wenn andere langsam oder deutlich in ihrer Gegenwart sprechen. Ihr könntet eine Weile brauchen, bis ihr euren Sprachfluss verlangsamen könnt, aber die einzelnen Wörter deutlich zu hören, kann der sprachlichen Entwicklung eures Schatzes helfen.

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