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Waldorf Pädagogik

Mädchen tanzt in der Natur
© Gabby Orcutt on Unsplash

Montessori, Waldorf, Reggio… die Auswahl pädagogischer Ansätze in Kindergärten kann ganz schön verwirrend sein. Im dritten Teil unseres kleinen Guides geht es um die Pädagogik nach Waldorf.

Waldorf kurz erklärt

Die Pädagogik nach Waldorf basiert auf der anthroposophischen Idee Rudolf Steiners und hat spirituelle Züge. Nach diesem Ansatz lernen Kinder durch Nachahmung, die sie im freien Spiel austesten. Dabei leben die Erzieher*innen ausschließlich positives Verhalten vor.

Förderung nach Waldorf

Besucht euer Kind eine Waldorf Kita, wird es nach einem ganzheitlichen Konzept betreut, in dem es sich körperlich und geistig individuell entwickeln kann. Dabei ist körperliche Entwicklung die erste, die gefördert wird und erst wenn euer Kind aufrecht gehen kann, erfährt es geistige Förderung.

Das bedeutet, dass die Erziehung durch die Erzieher*innen erst dann einsetzt, wenn euer Kind die körperliche Reife erreicht hat. Zuerst lernt euer Kind gehen, dann entwickelt es seinen Sprachschatz und dann sein eigenständiges Denken.

Um dies zu erreichen, haben rhythmische Spiele und Musik sowie Spielzeug, welches die Fantasie eures Kindes anregt, einen hohen Stellenwert in Waldorf Kitas. Das Spielzeug entwickelt euer Sonnenschein dabei selbst, zum Beispiel aus Muscheln oder kleinen Zweigen, die es draußen gesammelt hat.

Mindestens ebenso wichtig sind ein Leben mit der Natur und nach den Jahreszeiten und das Feiern religiöser Feste – die nicht unbedingt christlicher Natur sein müssen, sondern den Religionen des jeweiligen Landes angepasst sind.

Nach der Waldorf Pädagogik hat euer Kind zwölf Sinne, die alle gefördert und ausgelebt werden sollen. Kategorisieren lassen sie sich in die Körpersinne wie zum Beispiel den Lebenssin und den Tastsinn, die Sozialsinne, zu denen der Geruchssin und der Wärmesinn gehören und die Erkenntnissinne, zu denen Hörsinn und Gedankensinn zählen.

Die Erzieher*innen begleiteten euer Kind die ganze Kitalaufzeit über, anstatt auf bestimmte Altersgruppen festgelegt zu sein. Sie entscheiden frei über die nachhaltige Förderung eures Kindes und bieten ihm eine freiheitliche Orientierung mit festen Strukturen an, die ihm Halt versprechen. Zwang wird in diesem pädagogischen Ansatz nicht ausgeübt.

Vor- und Nachteile

Warum könntet ihr euch für Waldorf entscheiden?

  • Die Leistungen eures Kindes werden individuell beurteilt
  • Künstlerische und musikalische Begabungen eures Kindes werden frühzeitig gefördert
  • Euer Kind hat eine feste Bezugsperson
  • Wenn euer Kind gut auf diesen pädagogischen Ansatz anspricht, kann es eine Waldorf Schule besuchen

Warum könntet ihr euch gegen Waldorf entscheiden?

  • Meist habt ihr zusätzliche Kosten, wenn ihr euer Kind in eine Waldorf Kita oder Schule schickt
  • Der Abschluss dieser Schule wird nicht anerkannt, sodass euer Kind zusätzlich die mittlere Reife oder das Abitur erwerben muss
  • Technische Geräte spielen kaum bis gar keine Rolle
  • Die Spiritualität könnte euch zu viel sein

Alternativ könnt ihr auch selbst zusammen mit eurem Kind die Natur erkunden oder einen kleinen Garten auf der Fensterbank oder dem Balkon pflegen. Um die körperliche Entwicklung eures Sonnenscheins zu fördern, könnt ihr verschiedene Sportangebote zusammen nutzen oder ihr entwickelt eure eigenen Tänze.

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