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Wie ernähren wir unseren Säugling?

Kind matscht in Spaghetti rum
© iStock.com/lisegagne

Für Eltern ist die Geburt des Kindes mit vielen Veränderungen und Herausforderungen verbunden. Natürlich möchtet ihr eurem Kleinen einen gesunden Start ins Leben ermöglichen – dazu gehört auch die richtige Ernährung.

Aber was heißt „richtige Ernährung“?

Wie lange solltet ihr stillen? Welche Beikost solltet ihr wählen? Fragt ihr zehn Personen in eurem Umfeld, erhaltet ihr mitunter zehn völlig verschiedene Antworten und seid vielleicht noch verunsicherter als zuvor. Deswegen hat die Schiffsbesatzung sich mit verschiedenen Experten zusammengesetzt und einen einheitlichen Konsens gefunden, nach dem ihr euch richten könnt – wenn ihr wollt.

Stillen

Stillen ist die natürlichste Ernährungsform für die ersten Lebensmonate. Die Muttermilch beinhaltet alles, was euer Kind braucht, um gesund wachsen zu können und stärkt seine Abwehrkräfte. So wird zum Beispiel das Risiko für Mittelohrentzündungen und Durchfall gesenkt, aber auch ein späteres Übergewicht kann verhindert werden. Möglicherweise vermindert es auch die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten vom Plötzlichen Kindstod (Sudden Infant Death Syndrom/SIDS).

Stillen unterstützt aber auch die Gesundheit der Mutter: Es fördert die Uterusrückbildung und senkt das Risiko an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Und natürlich stärkt es die emotionale Bindung zwischen Mutter und Baby.

Das erste Mal stillt ihr am besten innerhalb der ersten Stunden nach Geburt eures Säuglings. In seinen ersten sechs Lebensmonaten ist diese Art der Ernährung die beste – sollte es funktionieren oder gewünscht sein. 

Wie oft ihr euer Kind am Tag stillt, hängt vom Bedarf ab. Durchschnittlich solltet ihr es in seinen ersten Wochen zehn bis zwölfmal täglich füttern. Wenn es zu wenig an Gewicht zunimmt, kann es auch ratsam sein, wenn ihr es zum Stillen aufweckt oder ihm zusätzlich Säuglingsnahrung dazu füttert.

Säuglingsmilch

Wollt oder könnt ihr eurem Kind nicht die Brust geben, könnt ihr sorglos auf industriell hergestellte Säuglingsmilch ausweichen. Theoretisch hättet ihr auch die Möglichkeit, Milch aus Tiermilch oder Ersatzmilch herzustellen, davon wird aber abgeraten. Stellt man Milch selbst her, besteht die Gefahr, dass die Nährstoffe nicht im richtigen Verhältnis dazu gegeben werden. Ebenfalls ist das Risiko für Magen-Darm-Infektionen beim Füttern mit selbst hergestellter Milch stark erhöht.

Aber auch wenn ihr industriell hergestellte Milch verfüttert, müsst ihr darauf achten, dass sich gesundheitsgefährdende Bakterien wie Escherichia coli und Salmonellen nicht vermehren können. Deswegen ist es wichtig, dass Reste nicht aufbewahrt und wieder erwärmt, sondern sofort entsorgt werden. Dazu solltet ihr natürlich auch auf die übliche Küchenhygiene achten und verschmutze Gefäße reinigen, bevor ihr in ihnen wieder Milch verfüttert.

Beikost

In den ersten paar Monaten seines Lebens braucht euer Kind nur Milchnahrung, aber ab dem 5. Lebensmonat und spätestens wenn es 7 Monate alt ist, braucht es zusätzliche Nahrung. Wann es soweit ist, bemerkt ihr daran, dass euer Kind Interesse an neuer Nahrung zeigt und möglicherweise sogar schon danach verlangt. Der genaue Zeitpunkt ist von Kind zu Kind unterschiedlich und auch davon abhängig, ob es schon vom Löffel essen kann.

Genauso wie ihr möchte euer Kind bei seiner Beikost Abwechslung haben. Jeden Tag den gleichen Brei zu essen, ist auf Dauer sehr fade und es besteht die Möglichkeit, dass wichtige Nährstoffe nicht ausreichend aufgenommen werden. 

Ihr habt die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Gemüse- und Obstsorte zu variieren. Dazu müsst ihr noch nicht einmal zusätzlich kochen, sondern ihr könnt einfach etwas von der Familienmahlzeit abfüllen, bevor ihr mit dem Würzen beginnt. Ebenso könnt ihr in kleinen Mengen Nudeln oder Getreide beimischen und auch ab und an Fleisch oder fettreichen Fisch – solltet ihr euch nicht vegetarisch ernähren.

Vermutlich habt ihr nicht immer die Zeit oder Möglichkeit, für euren Nachwuchs frischen Brei zu kochen. Glücklicherweise herrschen in Deutschland hohe gesetzliche Anforderungen, was Babykost angeht, sodass ihr auch Fertiggläschen bedenkenlos füttern könnt. Wenn möglich solltet ihr aber zumindest gelegentlich für eure Kinder selbst kochen, da dies in jungen Jahren die Akzeptanz für neue Lebensmittel erhöht und ihr euch so oftmals spätere Diskussionen über das Gemüse-Essen ersparen könnt.

Auf Kuhmilch solltet ihr im ersten Lebensjahr am besten gänzlich verzichten und sie höchstens in kleinen Mengen in Milch-Getreide-Breis verfüttern. Ab dem 2. Lebensjahr könnt ihr sie euren Kindern zum Trinken während der Brotmahlzeiten anbieten.

Getränke

In den ersten Lebensmonaten müssen die Säuglinge keine zusätzliche Flüssigkeit – abgesehen von der Milchnahrung – zu sich nehmen. Ausnahmen davon sind Fieber und Durchfallerkrankungen, da dann ein erhöhter Flüssigkeitsbedarf herrscht.

Mit Beginn des 7. Lebensmonats können eure Babys aus Bechern oder Tassen Flüssigkeit zu sich nehmen. Am besten bietet ihr ihnen stilles Wasser – zum Beispiel aus der Leitung – an, aber auch ungesüßte Kräuter- und Früchtetees könnt ihr ihnen sorglos geben.

Nährstoffergänzungen

Der Kinderarzt berät euch bei der Versorgung mit Nahrungsergänzungsstoffen, denn im ersten Lebensjahr benötigen alle Säuglinge die Vitamine K und D und auch Fluorid ist wichtig. Diese Stoffe werden zum Beispiel als Tropfen bei den U-Untersuchungen geben oder als Tablette. Wichtig ist, dass ihr die Zähne eurer Babys nicht mit fluoridierter Zahnpasta putzt, um so den Fluoridbedarf zu decken.

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