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Wir wollen eine Katze

Kind vor Großkatze
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Katzen haben gegenüber Hunden einen unschlagbaren Vorteil – wir müssen nicht mehrmals täglich mit ihnen bei Wind und Wetter vor die Tür. Davon abgesehen bereichern sie mit ihrer meist eher unabhängigen und doch zutraulichen Art viele Familien, stellen aber auch ganz eigene Ansprüche an ihre Dosenöffner. Was wir alles beachten sollten, bevor wir uns für eine Katze entscheiden, sehen wir uns im Folgenden einmal an.

Warum eine Katze?

Es regnet in Strömen und wir denken einmal kurz mitleidig an unseren Nachbarn, der gerade zum dritten Mal mit seinem Hund raus in den Regen stapft, bevor wir uns wieder ganz auf das Streicheln unserer schnurrenden Katze und den nächsten Disneyfilm konzentrieren. Auch ohne diesen Faulheitsaspekt sind Katzen tolle Familienmitglieder. Ihr Schnurren beruhigt uns und kann uns sogar helfen, schneller wieder gesund zu werden, wenn wir einmal krank sind. Sie zeigen uns ihre Zuneigung mit kleinen Gesten und viele Katzen spielen gerne mit uns. Sie fordern aber nicht pausenlos unsere Aufmerksamkeit, denn sie machen ihr eigenes Ding. Wenn unsere Kinder mit einer Katze aufwachsen, lernen sie schnell, die Grenzen eines Lebewesens zu beachten – gute Eigenschaften für Freund- und Partnerschaften.

Die Kosten

Die Anschaffungskosten fallen ganz unterschiedlich aus – adoptieren wir eine Katze aus dem Tierheim oder entscheiden wir uns für eine Rassekatze vom Züchter? Abhängig vom Tierheim, dem Alter und den erfolgten tierärztlichen Behandlungen (zum Beispiel Kastration) der Katze kostet die reine Adoption durchschnittlich zwischen 70 und 130 €. Ungewollte Züchter aus der Nachbarschaft verschenken den ungeplanten Wurf oft; wenden wir uns an einen seriösen Züchter kommen auf uns rasseabhängig durchschnittlich Kosten von 500 bis 2.500€ zu. Nach oben sind aber keine Grenzen gesetzt.

Und dann kommt ja auch noch die Erstausstattung:

  • Balkonschutz durchschnittlich 10 bis 50 € pro Balkon
  • Bürste durchschnittlich 2 bis 15 €
  • Erste Hilfe Kasten durchschnittlich 5 bis 20 €
  • Fensterschutz bei Kippfenstern durchschnittlich 20 bis 70 € pro Fenster
  • Futter durchschnittlich 5 bis 20 €/kg
  • Futter- und Wassernapf durchschnittlich 4 bis 25 €
  • Katzenkörbchen durchschnittlich 8 bis 50 €
  • Transportbox durchschnittlich 9 bis 30 €
  • Halsband bei Freigängern durchschnittlich 2 bis 50 €
  • Mindestens 1 besser 2 Katzenklos durchschnittlich 13 bis 40 € pro Stück
  • Katzenstreu durchschnittlich 0,3 bis 1 €/l
  • Katzenstreuschaufel durchschnittlich 1 bis 9 €
  • Kratzbaum durchschnittlich 25 bis 80 €
  • Leckerchen durchschnittlich 8 bis 20 €/kg
  • Spielzeug durchschnittlich 5 bis 35 € /Stück

Möglicherweise noch mehr Futter, Leckerlis und Spielzeug, weil das gekaufte unserem neuen Freund nicht gefällt oder wir etwas ganz tolles gefunden haben, das wir ihm einfach kaufen müssen – das hört meist auch nie auf.

Können wir das alles finanziell problemlos stemmen, müssen wir noch die laufenden Kosten beachten:

  • Futter durchschnittlich 10 bis 50 €/Monat
  • Katzenstreu durchschnittlich 10 bis 50 €/Monat
  • Rücklagen/Ersparnisse für den Notfall durchschnittlich 30 bis 50 €
  • Tierarztbesuche durchschnittlich 40 bis 150 €/Jahr
  • Tierkrankenversicherung durchschnittlich 100 bis 200 €/Jahr

Die Bedürfnisse

Passt das alles (am besten mit Luft nach oben)? Dann müssen auch die Bedürfnisse der Katze in unser Zuhause passen.

Allen voran steht die ewige Glaubensfrage: Hauskatze oder Freigänger? Beide Haltungsarten haben Vor- und Nachteile und die Gemüter scheiden sich – zum Teil sehr leidenschaftlich. Während Freigänger ihren natürlichen Instinkten nachgehen können, sterben sie meist früher oder verschwinden spurlos. Das möchten wir unseren Kleinen nur ungern beibringen müssen. 

Halten wir unsere Katze dagegen in reiner Wohnungshaltung, wissen wir sie in Sicherheit, aber sie könnte gefährlich übergewichtig werden oder ihren Frust an unseren Besitztümern auslassen. Dass das geliebte Stofftier nicht mehr rettbar ist, möchten wir den Zwergen aber auch nicht beibringen müssen. Die Entscheidung, wie wir unsere Katze halten, kann uns keiner abnehmen, aber Katzenfreunde weltweit teilen gerne ihre Erfahrungen mit uns, wenn wir das wollen.

Für Haus- als auch Freigangkatzen gilt aber, dass sie in unserem Zuhause viele Rückzugsmöglichkeiten brauchen; unter und hinter unseren Möbeln aber auch hoch über uns. Allgemein ist Ruhe wichtig für diese Vierbeiner. Weder das Katzenklo noch die Näpfe dürfen in der Nähe von Durchgangsplätzen platziert werden und auch wenn wir plötzlich unsere Einrichtung ändern, können Katzen verstört reagieren.

Katzen brauchen aber nicht nur Ruhe – sie wollen auch von uns beschäftigt werden. Sind wir und unsere Familie viele Stunden am Tag außer Haus, ist die Haltung zweier Katzen denkbar. Geschwisterkatzen kommen oft gut miteinander klar und auch im Tierheim kann man uns weiterhelfen, welche Katzen gerne miteinander leben. Entscheiden wir uns für diese Lösung, müssen wir natürlich mit den doppelten Kosten rechnen.

Könnt ihr hinter alles einen Haken machen? Dann müsst ihr nur noch abklären, ob ihr oder eure Kinder allergisch auf Katzen reagieren – und die von uns, die Mieter sind, ob der Vermieter Katzenhaltung erlaubt.

Welche Katze?

Für welche Katze wir uns entscheiden, ist meist hauptsächlich davon abhängig, welche Haltung wir ihr anbieten können. Davon abgesehen unterscheiden sich die verschiedenen Katzenrassen aber auch genügend, dass fast jede Familie eine Katze finden kann, mit der sie glücklich wird. Die ultimative Familienkatze gibt es natürlich nicht, aber hier haben wir eine Auswahl geeigneter Katzenrassen für Familien mit kurzen Steckbrief für euch zusammengestellt. Vielleicht verliebt ihr euch ja in eine – oder alle – davon?

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