Kinderkompass > Entwicklung > Zusammen stressfrei kochen

Zusammen stressfrei kochen

Familie kocht zusammen
© Rustic Vegan on Unsplash

Kochen gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten, die ihr eurem Kind für sein späteres Leben mitgeben könnt. Bleibt die Küche dabei stressfrei, haben alle viel Spaß zusammen.

Wo Magie noch real ist

Gerade für kleine Kinder ist die Küche ein magischer Ort. Es brodelt auf dem Herd, es riecht himmlisch aus dem Backofen und aus ein paar einfachen Zutaten entsteht ein leckeres Mahl. Im besten Fall.

Aber auch wenn euer Kind schon älter ist, wird es oft wie magisch von der Küche angezogen. Hier werden oft tiefe Gespräche geführt, man findet immer einen schnellen Snack und erfährt echte Unabhängigkeit, wenn man sich selbst etwas kocht.

Damit euer Schatz eine gesunde Beziehung zu Nahrungsmitteln aufbauen kann und die Küche kein Ort der Frustration wird, hilft es ihm, wenn ihr ihn von Anfang an involviert. Natürlich altersgerecht, denn sonst ist Enttäuschung auf beiden Seiten vorprogrammiert.

Stressfreies Kochen planen

Bevor ihr euch an die Essensplanung macht, solltet ihr das gemeinsame Kochen fest einplanen. Wenn ihr nicht viel Zeit habt, um die Mahlzeit zuzubereiten oder euer Tag schon anstrengend genug war – Arbeit, nervige Nachbarn, eine Krankheit bahnt sich an – wird das Kochen auch ohne Kleinkind schon stressig genug für euch werden. Am besten sucht ihr euch einen freien Tag aus, an dem ihr zusammen in aller Ruhe werkeln könnt und es nicht weiter tragisch ist, wenn das 20 Minuten Gericht erst nach 2 Stunden fertig wird.

Gerade bei Kleinkindern solltet ihr ein Auge darauf haben, dass sie ebenfalls ausgeruht sind und einen guten Tag haben – sonst startet das Kochprojekt schon mit Frust, ehe es richtig begonnen hat. Verschiebt die Kochstunde lieber, wenn euer Schatz mit dem falschen Fuß aufgestanden ist, denn das Kochen soll ja Spaß machen und nicht zur Pflichtübung werden.

Altersgerechte Aufgabenverteilung

Habt ihr einen geeigneten Tag gefunden und alle Mann sind gut gelaunt? Dann wird es Zeit, die Aufgaben, die euer Kind übernehmen wird, einzuplanen.

  • Kleinkinder
    Messer, Schere, Gabel, Licht… Viele Werkzeuge, die fürs Kochen benutzt werden, bergen eine gewisse Verletzungsgefahr – auch für uns Erwachsene. Wenn euer Liebling motorisch geschickt ist, könnt ihr zum Beispiel gemeinsam eine Gurke schneiden. Ob ihr aufgrund der geringen Gefahr lieber ein Plastikmesser nehmt, dessen fehlende Schärfe dafür frustrierend sein kann oder zum scharfen Messer greift und mit Argusaugen auf die kleinen Fingerchen schaut, ist euch überlassen. Klappt das Greifen und Festhalten noch nicht so gut, kann euer Kind aber trotzdem mithelfen: Zum Salatblätter rupfen sind auch kleine Tollpatsche bestens geeignet.

 

  • Grundschüler
    Sobald euer Kind zur Schule geht, kann es anspruchsvollere Aufgaben übernehmen. Die einfachen Handgriffe beim Kochen gehen ihm mit ein bisschen Übung leicht von der Hand und auch das Abmessen der verschiedenen Zutaten wird immer besser klappen. Schneiden und in Töpfen rühren sind so bald ein Klacks für euren Schatz – und vielleicht versucht ihr euch auch gemeinsam am ersten Pfannkuchen wenden?

 

  • Teenager
    Wenn euer Teenager Kochen nicht als unleidliche Haushaltsaufgabe versteht, wird er es genießen können, sich selbst versorgen zu können. In diesem Alter bilden sich oft die Kochvorlieben aus und euer Kind ist offen, neue Dinge zu testen, die es interessieren. Eine tolle Gelegenheit, auch den eigenen Horizont zu erweitern. Während ihr gemeinsam in der Küche werkelt, lassen sich auch tiefsinnige wie alberne Gespräche führen.

Das richtige Gericht

Am besten kocht ihr zusammen ein Gericht, was euer Liebling gerne isst und wenig Zutaten hat, wenn er noch kleiner ist. So verhindert ihr einen zu großen Aufwand oder Überforderung. Für den Anfang sind schnelle Gerichte meist besser geeignet, da sonst die Ungeduld zu groß werden kann. Ansonsten plant ihr am besten Pausenzeiten ein, in denen zum Beispiel gemalt oder getobt werden kann.

Habt ihr euch für ein Essen entschieden, könnt ihr die Aufgaben einteilen. Passt sie den Fähigkeiten und Interessen eures Schatzes an, damit Kochen von Anfang an Spaß macht. Müsst ihr zum Beispiel Kartoffeln schälen, aber euer Kind kann den Sparschäler noch nicht richtig halten, könnt ihr euch überlegen, ob ihr dies im Vorfeld macht, damit es nicht zum Stillstand während des Kochens kommt.

Gerichte, die ihr mit kindlicher Unterstützung kochen bzw. zubereiten könntet, sind zum Beispiel die folgenden:

  • Gemischter Salat
  • Pizza
  • Gemüseeintopf
  • Nudeln mit Soße
  • Frikadellen
  • Stampfkartoffeln
  • Tassenkuchen
  • Rahmspinat

Sicher Kochen

Wie oft passiert es euch, dass ihr einen kleinen Unfall in der Küche habt, weil ihr unachtsam wart? Meist ist das nicht weiter schlimm und auch euer Kind wird sich schnell wieder erholen. Aber die Tränen und den Schmerz wollt ihr ihm natürlich so gut es geht ersparen. Damit es nur bei leichten Verletzungen bleibt – wenn überhaupt! – solltet ihr immer auf euren Nachwuchs und seine Umgebung aufpassen.

Lasst Klein- und Grundschulkinder niemals unbeaufsichtigt in der Küche zurück. Besonders für Kleinkinder übt die heiße Herdplatte oft eine magische Anziehungskraft aus und kann schlimme Verbrennungen verursachen. Etwas ältere Kinder dagegen können sich zu viel zutrauen oder schätzen eine Situation falsch ein und versuchen das brennende Öl in Pfanne mit Wasser zu löschen. Wobei das auch Erwachsenen in ihrer Panik oft passiert.

Bringt eurem Schatz deswegen bei, welche Geräte zu heiß zum Anfassen sind, welches Werkzeug wie benutzt wird und dass sie immer von ihrem Körper weg- und nicht zu ihm hinarbeiten müssen.

Neben der körperlichen Sicherheit sollte aber auch die Hygiene eine wichtige Rolle spielen. Vor dem Kochen werden die Hände gründlich gewaschen und auch zwischendurch, wenn sie verschmutzt sind. Auch die Arbeitsfläche sowie die Geräte sollten gereinigt werden, um Verunreinigungen der Nahrungsmittel zu vermeiden.

Wenn euer Kind alt genug ist und einfache Zusammenhänge nachvollziehen kann, könnt ihr ihm auch erklären, welches Lebensmittel wie gelagert, gesäubert und zubereitet werden muss, damit es sorglos verzehrt werden kann.

Locker an die Sache heran gehen

So streng und monoton die anfänglichen Überlegungen und Anweisungen auch sein können, denkt immer daran, dass Kochen mit oder ohne Kind nicht perfekt sein muss. Ein bisschen mehr Chaos als ihr es gewöhnt seid, ist kein Beinbruch und wenn das Mehl mal ungeplant in die Luft steigt, darf man auch herzhaft lachen.

Wichtig ist, dass ihr mit Spaß und stressfrei zusammen kochen und später das gemeinsame Mahl voller Stolz verzehren könnt. Und wer weiß, vielleicht hilft euch ja als Dankeschön der Rest der Familie beim Aufräumen?

gastautor banner
Ferienabenteuer